„Modalität im Deutschen“ (mit Gabriele Diewald)
(Modul S4 ‚Deutsch in Geschichte und Gegenwart‘)
Wir werden uns in diesem Sminar ausführlich mit dem Thema "Modalität" beschäftigen. Folgende Fragen werden u.a. diskutiert: Wie definiert man die semantisch-funktionale Domäne Modalität? Wie ist sie von den anderen Domänen (z.B. Temporalität, Aspektualität, Evidentialität) abzugrenzen? Was ist der Unterschied zwischen Modus und Modalität? Wie wird Modalität im Deutschen zum Ausdruck gebracht? Welche Regularitäten lassen sich in der diachronen Entwicklung von modalen Ausdrücken des Deutschen feststellen?
Die drei Block-Sitzungen des Seminars (31.05 - 02.06) sind in eine wissenschaftliche Tagung "Modalität und Evidentialität im Deutschen" integriert, an der namhafte Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland teilnehmen werden.
„Syntaktische Analyse“
(Modul S2 ‚Syntaktische Analyse‘)
Im Seminar wird eine Einführung in die Grundbegriffe und Methoden der syntaktischen Analyse gegeben. Die theoretischen Grundlagen werden in praktischen Übungen umgesetzt. Zum Seminar gehört eine obligatorische Übung.
„Sprachevolution“
(Modul S4 ‚Deutsch in Geschichte und Gegenwart‘)
Die Frage nach dem Ursprung und der Evolution der menschlichen Sprache beschäftigt nicht nur Sprachwissenschaftler, sondern auch Anthropologen, Philosophen, Psychologen und Biologen seit Generationen. Es existieren derzeit viele Theorien und Konzeptionen, die sich bezüglich des warum und wie erheblich unterscheiden.
Ziel des Seminars ist es, einen Überblick über die Theorien über den Ursprung und die Entwicklung der Sprache zu geben und die neuesten Entwicklungstendenzen auf diesem Gebiet vorzustellen. Dabei interessieren vor allem folgende Fragen: Wann, wie und warum ist die Sprachfähigkeit entstanden und welche biologischen Voraussetzungen waren dazu nötig? Können die Regularitäten des Sprachwandels Aufschlüsse über die Entwicklung der Sprache geben, und wenn ja, welche? Wie verläuft der Spracherwerb bei Kindern und was sagen die Ergebnisse der Spracherwerbsforschung über die Sprachentwicklung im Allgemeinen aus? Wo liegen die Unterschiede zwischen menschlicher und tierischer Kommunikation?
„Evidentialität im Deutschen“ (mit Gabriele Diewald)
(Modul S4 ‚Deutsch in Geschichte und Gegenwart‘)
Die semantisch-funktionale Domäne Evidentialität ist erst seit kurzem Untersuchungsgegenstand nicht nur der germanistischen, sondern auch der allgemeinen sprachwissenschaftlichen Forschung geworden.
Folgende Fragen werden im Seminar u.a. diskutiert: Wie definiert man Evidentialität? Was ist das besondere an dieser Kategorie und wodurch unterscheidet sie sich von anderen verbalen Kategorien (z.B. Temporalität, Aspektualität, Modalität)? Wie werden die evidentiellen Bedeutungen klassifiziert? Wie wird Evidentialität im Deutschen zum Ausdruck gebracht? Welche Regularitäten lassen sich in der diachronen Entwicklung von Evidentialitätsmarkern feststellen?
Es handelt sich hierbei um ein Seminar, in dem das gesamte Modul S4 belegt werden kann. Drei Block-Sitzungen am Ende des Semesters schließen das Seminar ab. Sie sind dafür vorgesehen, dass die Teilnehmer Ergebnisse ihrer eigenen, im Rahmen des Seminars durchgeführten Projekte, vorstellen und diskutieren.
„Syntaktische Analyse“
(Seminar mit Übung; Modul S2 ‚Grammatische Analyse‘)
Im Seminar wird eine Einführung in die Grundbegriffe und Methoden der syntaktischen Analyse gegeben. Die theoretischen Grundlagen werden in praktischen Übungen umgesetzt.
„Subjektivität und Subjektivierung“
(Seminar; Modul S4 ‚Deutsch in Geschichte und Gegenwart‘)
Subjektivierung (‚subjectification‘) ist ein relativ neues Konzept in der Sprachwandelforschung. Seit seiner Einführung Ende der 80er Jahre taucht er immer häufiger in den Beschreibungen von Sprachwandelprozessen auf (z.B. die Entwicklung von Modalverben, Modalitätsverben, Diskursmarkern, Modalpartikeln u.v.a.). Im Seminar werden die Konzepte „Subjektivität“ und „Subjektivierung“ eingeführt und diskutiert. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei einflussreiche und zum Teil miteinander konkurrierende Subjektivierungsansätze (aus der kognitiven Grammatik und aus der Sprachwandelforschung). Die theoretischen Fragestellungen werden anhand von einigen Sprach(wandel)phänomenen des Deutschen erläutert und problematisiert.
Hauptseminar „Semantischer Wandel“
In diesem Seminar wird im ersten Teil ein Exkurs über die wichtigsten Erscheinungen des semantischen Wandels aus den Bereichen lexikalischer Semantik, Verbsemantik, Satzsemantik angeboten. Im zweiten Teil werden ausgewählte Phänomene der historischen Semantik des Deutschen behandelt, wie z.B. semantische Entwicklungen von Sprechaktverben, von verbalen Wortfeldern mit Präfigierungen, von Anredeformen und Höflichkeitsmarkierungen und von Intensivpartikeln.
Hauptseminar „Neuere Grammatiktheorien“
In diesem Seminar werden neuere Grammatiktheorien vorgestellt und diskutiert. Die Veranstaltung gliedert sich grob in drei Teile. Zunächst werden allgemeine Begriffe wie z.B. "Sprache", "Grammatik", "Zeichen", "Regel", "Funktion" etc. diskutiert. Im zweiten Teil der Veranstaltung wird eine kurze Einführung in die Geschichte der Gramamtiktheorien (bis in das späte 20. Jahrhundert) gegeben. Im dritten Teil des Seminars werden einige moderne Grammatiktheorien (u.a. Kognitive Grammatik, Konstruktionsgrammatik, Funktionale Grammatik) vorgestellt.
Hauptseminar „Sprachliche Bilder: Zur Definition und Rolle von Metaphern“
Aristoteles zufolge ist es „bei weitem das Wichtigste, dass man Metaphern zu finden weiß“. Die Frage, was man findet, wenn man Metaphern findet, ist allerdings Gegenstand einer vielfältigen Diskussion. Längst werden Metaphern nicht mehr als Ornamente literarischer Rede oder rhetorische Figuren und somit rein sprachliche Phänomene angesehen. Sie stellen vielmehr einen wesentlichen kognitiven Mechanismus der Welterkenntnis und -strukturierung dar. Das Seminar beschäftigte sich mit Metaphern aus linguistischer Perspektive. Dabei wurden verschiedene Metapherntheorien vorgestellt und diskutiert. Fragen nach der Definition und Beschreibung von Metaphern und dem Zusammenhang von Metaphern und mentalen Konzepten standen im Vordergrund.
Hauptseminar „Grammatikalisierung im Deutschen“
Die Grammatikalisierungstheorie ist eine relativ neue Forschungsrichtung, die sich mittlerweile zu einer zentralen Theorie des Sprachwandels etabliert hat. Sie befasst sich mit dem Entstehen, der Strukturierung und dem Gebrauch grammatischer Kategorisierungen. Das Seminar gab einen Überblick über die Entwicklung dieses Gebietes, seine theoretischen Grundlagen und seine Zielsetzung. Die grundlegenden Annahmen und Prinzipien der Grammatikalisierungforschung wurden anhand ausgewählter Grammatikalisierungsphänomene aus dem Deutschen veranschaulicht. Besonderes Interesse galt dabei der Grammatikalisierung im Bereich solcher Domänen wie Modalität (Modalverben, Modalpartikeln) und Evidentialität (evidentielle Verbalpheriphrasen).
Einführung in die Sprachwissenschaft I + II, zusammen mit Marijana Kresic
Der vierstündige Kurs führte in einem Semester in die Kernbereiche der Linguistik ein: Semiotik, Phonetik/Phonologie, Morphologie/Wortbildung, Semantik/ Lexikologie, Grammatik/Syntax, Pragmatik, historische Linguistik und Textlinguistik. Die Veranstaltung bot eine solide Einführung in die theoretischen Grundlagen, zentralen Ergebnisse und Methoden der genannten Teilgebiete, zudem wurde mit den Techniken wissenschaftlichen Arbeitens (Referate, Hausarbeiten etc.) sowie mit der Bibliotheksrecherche vertraut gemacht.
Hauptseminar „Grammatikvermittlung im DaF-Unterricht: Lerngegenstand verbale Flexionskategorien“
Gegenstand dieser Lehrveranstaltung bilden die Flexionskategorien des deutschen Verbs Tempus, Modus und Genus verbi. Kontroverse sprachwissenschaftliche Diskussionen zu diesem Thema besitzen auch für die Lehre des Deutschen als Fremdsprache hohe Relevanz. Folgende Fragen werden u.a. behandelt: Welche Tempus- und Modusklassifizierungen gibt es für das Deutsche und wie viele Tempora und Modi ergeben sich jeweils aus diesen Klassifizierungen? Besitzt das Deutsche ein Futur? Welche Funktionen hat der deutsche Konjunktiv und wodurch unterscheiden sich seine Formen Konjunktiv I und II? Welche Funktionen hat das Passiv und über welche Passiv-Konstruktionen verfügt das Deutsche? Die Klärung solcher Fragen erfolgt unter Berücksichtigung sprachdidaktischer Aspekte.
Hauptseminar „Sprachwandel und Subjektivierung“
In der Sprachwandelforschung der letzten Jahre, insbesondere in den Bereichen Grammatikalisierung und semantischer Wandel, taucht zunehmend der Begriff „Subjektivierung“ auf. Das Ziel des Seminars war in erster Linie, zu klären, wie dieser Begriff im Rahmen historischer Linguistik definiert werden kann. Im Mittelpunkt der Betrachtung standen zwei einflussreiche und zum Teil miteinander konkurrierende Subjektivierungskonzepte von R.W. Langacker und E.C. Traugott. Im zweiten, empirischen, Teil der Lehrveranstaltung wurde die Rolle der Subjektivierung am Beispiel konkreter Grammatikalisierungsvorgänge untersucht, um die Verbindung der beiden genannten Konzepte mit konkreten sprachgeschichtlichen Entwicklungen herzustellen.